KW 22: Freispruch im Fall Hatun Sürücü, Chemikalienbehälter in Flüchtlingsunterkunft, Prellball in Marienfelde

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Liebe Leser, die beiden älteren Brüder der 2005 ermordeten Hatun Sürücü sind jetzt überraschend freigesprochen worden. Das türkische Gericht ließ alle Vorwürfe aufgrund mangelnder Beweise fallen. Außerdem: Dass die Sprache der Schlüssel zur Integration ist, gilt schon fast als Binsenweisheit. Doch Deutsch ist bekanntlich keine einfache Zweitsprache. Neusten Erhebungen zeigen, dass Integrationskurse fast zu 50 Prozent Durchfallquoten aufweisen. Viel Spaße beim Lesen!

\ TEMPELHOF-SCHÖNEBERG AKTUELL /

Freispruch im Mordprozess für Brüder von Hatun Sürücü. Aus Mangel an Beweisen bleibt der Mord an der 23-Jährigen, die am 7. Februar 2005 auf offener Straße in Tempelhof erschossen wurde, teilweise ungesühnt. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hatte für Mutlu und Alpaslan Sürücü, die zum Zeitpunkt der Tat 24 und 25 Jahre alt waren, lebenslange Haft gefordert. Ihnen wurde vorgeworfen, ihren Bruder Ayhan zu der Tat angestiftet und die Waffe besorgt zu haben. Das Gericht kam jedoch zu dem Ergebnis, dass „nicht genügend eindeutige und glaubhafte, klare Beweise gefunden werden“ konnten. Es hätten auch Beweise aus Deutschland gefehlt, sagt die Anwältin Leyla Süren.  2006 verurteilte das Landgericht Berlin Ayhan Sürücü, den jüngsten Bruder des Opfers wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten. Die jetzt Freigesprochenen setzten sich damals in die Türkei ab. faz.netdw.com

Nach Antisemitismus-Skandal in Friedenau: Interview mit dem Opfer. In der britischen Zeitung „The Sunday Times“ erzählt der Junge, wie er von muslimischen Mitschülern geschlagen und misshandelt wurde. Der Sohn einer Britin und eines Deutschen sagte, er sei wiederholt von Schülern aus dem Nahen Osten und aus der Türkei getreten und gewürgt worden. Er habe um sein Leben gefürchtet, wird der 14-Jährige, in der Zeitung zitiert. bz-berlin.dethetimes.co.uk

Integrationskurse: Jeder Zweite fällt durch die Deutschprüfung. Sprache ist der Schlüssel zur Integration – das ist ein oft vorgebetetes Mantra. Doch nach Informationen des Deutschlandfunks ist die Durchfallquote bei der Deutschprüfung für Zuwanderer extrem hoch. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hält die Integrationskurse dennoch für erfolgreich. Deutschlandfunk war bei einer Intekrationsklasse der Volkshochschule in Tempelhof-Schöneberg zu Besuch. deutschlandfunk.de

Paintback. Seit 2015 verwandelt eine Künstlergruppe um Ibo Omari Hakenkreuze in Street Art. Die Aktion findet bundesweite Nachahmer. Ein kurzes Video: facebook.com/bentode

Geparktes Auto – Polizeieinsatz – Entwarnung. Nach der Untersuchung eines verdächtigen Autos in Berlin-Schöneberg hat die Polizei Entwarnung gegeben. „Die Drähte gehören wohl zu einer selbstgebastelten USB-Ladestation im PKW“, twitterte die Polizei am Montagvormittag. Vom Einsatzort nahm die Polizei einen 26-Jährigen zur Befragung mit, der nach eigenen Angaben der Halter des Autos ist. Von dem Polen erhoffen sich die Ermittler demnach nähere Informationen zu dem auf einer Busspur abgestellten Auto. bz-berlin.de

Chemikalienbehälter auf Gelände einer Flüchtlingsunterkunft gefunden. Beamte des Landeskriminalamtes haben Dienstagnacht zwei Flüchtlingsunterkünfte in Marienfelde durchsucht. Auf dem Gelände waren zuvor mehrere leere Chemikalienbehälter gefunden worden. Da es zu diesem Zeitpunkt keine plausible Erklärung für die Lagerung der Behälter gegeben hatte, haben Einsatzkräfte der Polizei Berlin die beiden Unterkünfte aufgesucht. Es wurden keine Chemikalien gefunden. Ein 43-jähriger Bewohner des Heims wurde beim Entladen des Fahrzeuges beobachtet und vorübergehend festgenommen. Ihm konnte nichts nachgewiesen werden. Es kann bislang nicht ausgeschlossen werden, dass die Chemikalien zur Herstellung von explosiven Stoffen verwendet wurden. berlin.de

Dresdner Bahn: Baubeginn noch in diesem Jahr. Sie wird die längste Baustelle der Stadt: die Dresdner Bahn. Nach Jahrzehnten der Planung soll noch im Jahr 2017 der Bau der Eisenbahnstrecke im Berliner Süden beginnen. Das kündigte die Deutsche Bahn am Dienstag an. Das Eisenbahn-Bundesamt habe jetzt den gut sechs Kilometer langen Abschnitt vom S-Bahnhof Priesterweg bis zum Schichauweg genehmigt. Dort sollen einmal die Züge mit Tempo 160 zum BER rollen. „2026 ist die Dresdner Bahn fertig“, hatte der ehemalige Bahnchef Rüdiger Grube noch vor einem Jahr gesagt beim Ausbau der Strecke in Brandenburg. tagesspiegel.de

\ SPORT /

Prellball: TSV Marienfelde. Gerade erst hat der Klub erneut die Deutsche Meisterschaft gewonnen, zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren. Insgesamt war es schon der vierte Titel für Marienfelde. Dabei spielen sie mit einem Mann weniger, als die meisten ihrer Gegner. Seit 2010 langjähriges Teammitglied aus persönlichen Gründen den Verein verlassen hatte, spielt die Prellball-Mannschaft vom TSV Marienfelde nur zu dritt.  Neben dem TSV Charlottenburg ist der TSV Marienfelde momentan der einzige Sportverein in Berlin, bei dem Prellball schon für den Nachwuchs angeboten wird. morgenpost.de

Neugestaltung der Sportflächen im Heinrich-von-Kleist-Park. Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ (Baufonds) werden die Sportflächen im Heinrich-von-Kleist-Park neu gestaltet. Die Abbrucharbeiten beginnen am Montag den
12. Juni. berlin.de

\ STADTLEBEN /

Bildband: Flughafen Tempelhof als Spiegelbild berliner Geschichte. Wie aus einem Acker am südlichen Stadtrand ein Ort wurde, auf dem sich Berlin dem Rest der Welt präsentiert, erzählt ein neues im Sutton-Verlag erschienenes Buch. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen, zusammengestellt und kommentiert von Bernd-Rüdiger Ahlbrecht, zeigen die Geschichte des Flughafens von Ende des 19. Jahrhunderts bis ins Jahr 2008, in dem der Flugbetrieb eingestellt wurde. Der Bildband ist eine Zeitreise durch die Geschichte des Fliegens und zeigt ganz nebenbei, dass das Tempelhofer Feld schon immer auch ein Ort für die Berliner war. Ob sie nun Truppenparaden zusahen oder der Turnvorführung von Oskar Dimpfel am Trapez unter seinem Heinkel-Doppeldecker He 72, ob sie Schauspieler O.W. Fischer zujubelten oder einfach nur auf ein Bier zum Flughafen fuhren. morgenpost.de

Kontakthof: Telekom startet eine neue Begegnungsstätte in Schöneberg. An der Winterfeldtstraße 21 stehen im siebten Stock des Telekomgebäudes „Digital Innovation Arena“ zukünftig 400 Quadratmeter für interne Workshops, Managertreffen und Konferenzen zur Verfügung; außerdem Cateringflächen sowie eine Terrasse mit Berlinblick. In einem Umfeld, das anders als etwa Mitte nicht für eine IT-Szene bekannt ist, bringt die Telekom seit 2013 Forschung, Start-up-Szene und Entwicklung zusammen. Derzeit wird das Haus modernisiert. Die Zahl der Mitarbeiter soll dort danach auf 1.400 erweitert werden. morgenpost.de

Neues Energiekonzept im Wohnpark Mariendorf. Seit Anfang 2016 modernisiert die Wohnungsgesellschaft Gewobag das Ende der 1960er- Jahre rund um die Rathausstraße gebaute Wohnquartier mit 734 Wohnungen und zwei Gewerbeobjekten. Rund 73 Millionen Euro investiert das landeseigene Unternehmen in die Erneuerung und den Ausbau der Siedlung. Hier soll ein einzigartiges Energiekonzept verwirklicht werden, ein „Leuchtturmprojekt“, wie die Bauherren gerne sagen. „Durch den Einsatz regenerativer Energiequellen kann der CO₂-Ausstoß der Wohnanlage insgesamt um 2630 Tonnen pro Jahr reduziert werden“, erklärt Markus Terboven, Vorstandsmitglied der Gewobag das Kernstück des Projekts. berliner-woche.de

Jazz: Tribute to Freddie Hubbard. Das Uri Gincel Quintet zollt Tribut. Freitag, 2. Juni, 21:15 Uhr im Zig Zag. zigzag-jazzclub.berlin
Launch-Party: Hearworm. Die neue Agentur für weibliche DJs. Mit Lu, Sally C and Jenny Cheng. Samstag, 3. Juni, 22 Uhr im Green House. facebook.com/events
Reggaeton Beats: Daddy Yankee. Heiße Latinas, kochende Emotionen, südamerikanisches Flair. Sonntag, 4. Juni, 20 Uhr in der Columbia Halle.  columbiahalle.berlin

Wir wünschen Ihnen eine Woche ganz nach Ihrem Geschmack! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf tempelhof-schoeneberg-journal.de erledigen.

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